Jeder
kennt sie – die verführerischen Angebote im Nachtprogramm
diverser Fernsehkanäle. Chromblitzende, kompliziert aussehende
Trainingsapparaturen, die sich ganz leicht verstauen lassen und um
wohlfeiles Geld in nur 4 Minuten Training am Tag das verführerische
Waschbrett auf die wohlstandsverwahrloste Körpermitte zaubern
sollen.

Ist so
etwas überhaupt möglich? Ist es möglich in 4 Minuten
Training pro Tag Fett zu verbrennen, die Kondition zu verbessern und
noch dazu attraktive und kraftvolle Muskeln aufzubauen?
Die
Antwort ist: JA!
Das Beste:
Sie brauchen nicht die Nummer neben Ihrer Landesflagge zu wählen
und können Ihre Kreditkarte stecken lassen!
Wie
das gehen soll haben Dr. Izumi Tabata und seine Kollegen am National
Institute of Fitness and Sports in Tokio, Japan, erforscht. Sie haben
eine Studie mit dem sperrigen Namen „Effects of
moderate-intensity endurance and high-intensity intermittent training
on anaerobic capacity and VO2max.” veröffentlicht. In dieser
Studie wurden die Effekte von einem vierminütigen
Intervalltraining mit dem „herkömmlichen“ Ausdauertraining
mittels Dauermethode verglichen.
Es wurden
aktive männliche Probanden in zwei Gruppen eingeteilt die beide
fünfmal pro Woche trainierten. Die eine Gruppe absolvierte
jeweils 60 Minuten auf dem Fahrradergometer mit der moderaten
Intensität von 70% ihrer maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit
(VO2max). Die andere Gruppe war bereits nach vier Minuten fertig. Sie
mussten dafür jeweils 20 Sekunden mit maximaler Intensität
in die Pedale treten und durften sich dann 10 Sekunden „ausruhen“.
Nach insgesamt acht Wiederholungen dieses Musters waren die 4 Minuten
vorbei und die Probanden völlig erledigt.
Nach sechs
Wochen wurden die VO2max. der Probanden und ihre anaerobe Kapazität
(maximales Sauerstoffdefizit) erneut gemessen. Die Gruppe der
Langradler verbesserte ihre VO2max signifikant um durchschnittlich
neun Prozent (von durchschnittlich ca. 53 auf 58 ml pro kg
Körpergewicht pro Minute) – ihre anaerobe Kapazität
änderte sich nicht. Die 4-Minuten-Gruppe hingegen verbesserte
ihre VO2max um 15 Prozent und ihre anaerobe Kapazität um
beeindruckende 28 Prozent in nur 20 Minuten Training pro Woche!
Die Tabata
Intervalle bieten somit auch jenen die Möglichkeit ihre
Leistungsfähigkeit zu verbessern, die nicht die Zeit haben
mehrere Stunden pro Woche im Fitnesscenter zu verbringen. 4 Minuten
Zeit hat jeder! Das Schöne an der Tabata Methode ist darüber
hinaus, dass Sie nicht auf Equipment angewiesen sind und auch
Outdoor-Sportler dadurch die Möglichkeit haben, sich außerhalb
der Saison in ihren eigenen vier Wänden fit zu halten. Sie
brauchen auch kein Fahrradergometer – es bleibt Ihnen überlassen
ob Sie Seilspringen, einen Sandsack bearbeiten, Frontkniebeugen,
Strecksprünge oder Liegestütz machen oder einfach nur
laufen und gehen.
Das Tabata
Trainingsprotokoll lässt sich auf nahezu alle Übungen
anwenden, bei denen Sie einen erheblichen Teil Ihrer
Körpermuskelmasse beanspruchen – je anstrengender desto besser
für den Fettabbau. Tabata Training ist so was wie der „Turbo
Boost“ für Ihren Stoffwechsel und dadurch ein hervorragendes
Mittel um überschüssiges Körperfett zu bekämpfen.
Ihr Stoffwechsel bleibt auch Stunden nach dem Training noch angeregt
und verbrennt lästiges Körperfett während Sie
gemütlich auf der Couch oder im Garten liegen!
Die Tabata
Methode hat allerdings – wie so vieles – einen Haken: rechnen Sie
damit sich nach Ablauf der vier Minuten keuchend am Boden in der
Pfütze Ihres eigenen Schweißes oder Schlimmeren
wiederzufinden. Kurz gesagt: Es ist verdammt anstrengend! Deshalb
wird sich auch kein Hersteller dieser nächtlich angepriesenen
Artefakte des Wunsches nach einem gemeißelten Äußeren
jemals ernsthaft Sorgen machen müssen. Gegen Trainingsgeräte,
die wie bequeme Sitzmöbel aussehen und später immerhin noch
als Kleiderständer dienen können, hat Tabata trotz alle dem
keine Chance!