Protein
ist das Baumaterial des Lebens. Der Ausdruck Protein –
gleichbedeutend mit der umgangssprachlichen Bezeichnung Eiweiß
– leitet sich vom griechischen Wort protos ab. Protos
bedeutet „erstes“, „erstrangig“ oder „wichtigstes“ und
soll die Relevanz dieses Nährstoffs herausstreichen.
Wichtige
Prozesse im menschlichen Organismus wären ohne Protein nicht
möglich: der Aufbau von Gewebe (kontraktiles Muskelgewebe), die
Herstellung von Hormonen zur kurzfristigen Anpassung des Körpers
an seine Umwelt, Sauerstoff- und Eisentransport im Blut,
Enzymbildung, Infektionsabwehr und vieles mehr. Bei extrem lang
andauernden Belastungen wird Eiweiß auch als Energielieferant
herangezogen.
Proteine
sind vor allem in Eiern, Fisch, Fleisch und Milchprodukten enthalten.
Als pflanzliche Eiweißlieferanten kommen vor allem Soja,
Hülsenfrüchte, Nüsse und Getreide in Frage.
Eiweißmangel führt zum Verlust von Muskelmasse und Kraft,
Ödemen und der Schwächung des Immunsystems. Überschüssiges
Eiweiß wird als Stickstoff über die Nieren ausgeschieden.
Bei Nierenproblemen sollte daher nicht zu viel Eiweiß zugeführt
werden. Unabhängig davon, muss auf eine ausreichende
Flüssigkeits- und Kalziumversorgung geachtet werden, da durch
eine eiweißreiche Diät auch die vom Körper
ausgeschiedene Kalziummenge steigen kann.
Die
Angaben über den täglichen Bedarf an Eiweiß
unterscheiden sich mit unter stark und gaben schon Anlass für
hitzige Debatten. Die meisten Empfehlungen bewegen sich um die 0,8 g
Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Bei Sportlern
erhöht sich der Bedarf auf etwa 1,2 bis 2 g/kg KG/Tag. Dies gilt
übrigens für Ausdauer- und Kraftsportler in gleichem Maße.
Einige Studien attestieren den Ausdauersportlern einen höheren
Eiweißbedarf als Kraftsportlern. Die oft extremen Empfehlungen
für Kraftsportler resultieren unter anderem aus dem enormen
Eiweißkonsum während der Zufuhr von anabolen Steroiden.
Die so gesteigerte Proteinsynthese und der damit verbundene Bedarf
lässt sich nicht auf ungedopte Athleten übertragen. Nichts
desto trotz klammert die Frage nach dem Bedarf die Möglichkeit
eines zusätzlichen Nutzens erhöhter Eiweißzufuhr aus.
Neben der
Menge spielt auch die Qualität des Proteins eine Rolle. Eiweiß
ist nicht gleich Eiweiß. Jedes Protein ist nämlich aus
einer Kombination von über 20 verschiedenen Aminosäuren
aufgebaut. Acht dieser Aminosäuren sind essentiell – sie
können nicht vom Körper gebildet werden und müssen
über die Nahrung aufgenommen werden. Je nach
Aminosäurenkombination ergeben sich Qualitätsunterschiede.
Um diesen Rechnung zu tragen wurde der Begriff der „biologischen
Wertigkeit“ (BW) geschaffen. Als Referenz für diesen Wert
dient Hühnereiweiß, dem willkürlich die BW 100
zugeordnet wurde.
Je
günstiger das Aminosäureprofil eines bestimmten Proteins
für die Aufnahme im menschlichen Körper ist, desto höher
die BW. Die höchste BW erreicht Laktalbumin (Molkenprotein) mit
104. Pflanzliches Eiweiß hat grundsätzlich eine niedrigere
BW als tierisches, enthält aber oft sehr viele essentielle
Aminosäuren. So lässt sich durch geeignete Kombination
bestimmter Eiweißquellen die BW erheblich steigern. Die höchste
BW erzielt die Kombination von Kartoffeln und Ei (BW 136 bei einem
Verhältnis von 2:1), weil sich die enthaltenen Aminosäuren
optimal ergänzen.
Proteine
unterscheiden sich auch in der Dauer, bis sie in den Blutkreislauf
gelangen. Dies ist deshalb wichtig, weil die Regeneration
entscheidend davon abhängt, wie schnell der Körper über
sein Baumaterial (Aminosäuren) verfügt um mit dem
Wiederaufbau der durch das Training zerstörten Strukturen
beginnen zu können.
Am
schnellsten wird Eiweiß in Form bereits aufgespaltener
Aminosäuren (BCAA, AMINO 2300) vom Körper aufgenommen. Sie
sind bereits nach einigen Minuten verfügbar. Proteine, die noch
aufgespalten werden müssen, benötigen je nach Eiweißquelle
mindestens 40 Minuten um in den Blutkreislauf zu gelangen.
Molkenprotein (WHEY) ist das „schnellste“ Protein, Kasein
(Milchprodukte) kann aufgrund einer opiatähnlichen Wirkung auf
den Verdauungsapparat nur langsam aufgenommen werden.
Vor und
sofort nach dem Training sollte daher auf Molkenprotein und
Aminosäuren zurückgegriffen werden. Hier wollen wir den
Körper möglichst schnell mit den dringend benötigten
Bausteinen für die Regeneration versorgen. Eine ausgeprägte
Aminosäurenspitze im Blut hat allerdings auch zur Folge, dass
der Spiegel rasch wieder abfällt. Daher sind für Zeiten, in
denen wir den Körper längerfristig mit Aminosäuren
versorgen wollen (z.B. über Nacht) andere Proteinquellen besser
geeignet. Cottage Cheese vor dem Schlafengehen ist aufgrund des
enthaltenen Kaseins eine gute Möglichkeit den Körper auch
während der Nacht mit den wichtigen Baustoffen zu versorgen.
Kombiniert man unterschiedliche Arten von Proteinen, kann man die
jeweils gewünschte „Schnelligkeit“ und „Ausdauer“ der
Versorgung erreichen.
Um den
maximalen Nutzen aus Ihren Anstrengungen im Training zu ziehen,
empfiehlt es sich daher für ausreichende Versorgung mit Eiweiß
zu sorgen. Proteine und Kohlenhydrate in geeigneter Form vor und nach
dem Training können die Regeneration deutlich unterstützen
und Ihren Erfolg entsprechend beschleunigen!